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Der Ameisen-Löwe

Beschreibungstext


No. 1. Der Indianische Scolopender. (Scolopendra morsitans. L.)
Der Indianische Scolopender, der zu dem Geschlechte der Asseln oder Vielfüsse gehört, ist ein giftiges Insekt, das in den heissen Ländern, selbst schon in Spanien lebt, und dessen Biss eben so gefährlich als der Stich des Scorpions ist. Dieser Scolopender ist oft bis 6 Zoll lang, hat 20 Paar Füsse und 8 Augen, lebt unterm Moos und faulem Holze auf feuchter Erde, und nährt sich vom Raube anderer kleiner Insekten.
No. 2. Der Amerikanische Pillen-Käfer. (Scarabaeus pillularius. L.)
a. Das Weibchen. b. Das Männchen.
Der Pillen-Käfer ist eine Art von Mistkäfer, und hat seinen Namen daher erhalten, weil viele in Gesellschaft zusammen leben, und unaufhörlich beschäftigt sind, aus frischem Miste der Thiere Kugeln oder Pillen zu machen, in deren jede sie ein Ei legen, und mit vieler Mühe mit den Hinterbeinen fortschleppen und in die Erde vergraben. Eine solche Kugel ist oft 6 bis 7 mal grösser als der Käfer selbst, und dann helfen mehrere einander solche an Ort und Stelle zu bringen. Die Weibchen sehen schwarz aus, die Männchen aber, deren nur wenige bei einer solchen Käfer-Kolonie sind, haben ein Horn, und schön grünglänzende Flügeldecken, und einen hochrothen weisspunctirten Brustschild.
No. 3. Die Sammt-Ameise. (Formica villosa coccinea.)
Die sonderbare Ameise, welche sich in Carolina findet, ist beinahe 1 Zoll lang, schön hochroth und schwarz gezeichnet, und ganz sammtartig. Sie lebt, gegen die Art aller andern Ameisen, einsam, hat eine so feste Schale, dass man sie nicht zertreten kann, und dabei einen langen scharfen Stachel, mit welchem sie schmerzhaft verwundet.
No. 4. Der Ameisen-Löwe. (Myrmeleon formicarius. L.)
Der Ameisen-Löwe ist eigentlich die Larve eines kleinen Schmetterlings mit Florflügeln. Fig. 4. a. stellt ihn in natürlicher Grösse und Fig. 4. b. vergrössert vor. Dies sonderbare Insekt, das sich vorzüglich von Ameisen nährt, ist besonders wegen der künstlichen Anstalt berühmt, die es macht, um seinen Raub zu fangen. Der Ameisen-Löwe macht sich nemlich in lockern trocknen Sande eine kleine trichterförmige Grube, in deren tiefstem Puncte er sich selbst eingräbt, so dass nur ein Theil seines Kopfs mit den Fangzangen hervorragt. Kommt nun eine Ameise oder anderes Insekt an den Rand des Trichters, so schurrt es gleich mit dem lockern Sande in die Grube hinab und wird seine Beute, indem er es mit den Zangen packt, unter den Sand zieht und aussaugt. Hält es sich aber noch am Rande, und fällt nicht ganz hinab, so schnellt der Ameisen-Löwe mit dem Kopfe einen solchen Sand-Regen über dasselbe, dass es davon betäubt doch hinabfallen und sein Raub werden muss.


Metadaten

Abbildungstitel: Der Ameisen-Löwe
Tafeltitel: Sonderbare Insekten
Abbildung gehoertzu Tafel: Ad00341 02 082a
Bildinschrift: 4.b.
Band: 2
Heft: 36
Bildeigenschaften: Kupferstich, schwarze Druckfarbe, koloriert, 101 x 62 mm
http://www.bbf.dipf.de/cgi-opac/bil.pl?t direct=x&f IDN=b0003101berl
Schlagwörter: Myrmeleon formicarius, Zoologie, Tierart, Insekten, Ameisenjungfern
Stecher/in: Graf, C.
Signatur Illustrator/in: Graf: sc.
BBF ID: b0003101berl
weitere Abbildungsversionen: Ad99998 02 081d, Ad99999 02 081d