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Der gelbe Pfifferling

Beschreibungstext


Wir haben auf Taf. 24. die Teutschen Giftschwämme kennen gelernt, am uns dafür zu hüthen; nun wollen wir uns aber auch mit den guten und eßbaren Schwämmen, die wir als unschädliche Leckerbissen geniessen können, auf dieser und der folgenden Tafel, vollständig bekannt machen.
No. 1. Der essbare Reisker. (Agaricus deliciosus. L.)
Dieser Schwamm ist vielleicht einer der leckerhaftesten, und wird sonderlich aus Italien, als eine Delicatesse, in Baumöl gelegt, häuffig verschickt. Er wächst im August in den Wäldern und auf Heiden. Sein Huth ist glatt, ein wenig trichterförmig aber flach vertieft, etwas feuchtklebrigt, saffranfarbig oder braunröthlich. Sein Saft ist saffrangelb, und färbt die Brühe, in der er gekocht wird, gelb. Er muss wenige Stunden nach dem Einsammlen gespeisst, oder in Baumöl gelegt werden, sonst wird er sauer, und fault leicht.
No. 2. Die Muceron. (Agaricus mammosus. L.)
Die Muceron wächst im Herbst auf Gras-Angern und Rainen neben einzeln stehenden Bäumen. Sie ist nicht gross, der Huth oben lichtbraun, unten aber, so wie auch das Fleisch, weiss. Sie ist wie ein Leder anzufühlen, und hat einen angenehmen, etwas würzhaften Geruch. Man speisst sie frisch oder getrocknet an Brühen.
No. 3. Der gute Gold-Brätling. (Agaricus lactifluus. L.)
Dieser schöne Schwamm ist von ziemlicher Grösse, hellbraun sein Huth, und seine Blätter goldfarbig am Rande. Sein Fleisch ist beym Durchschneiden Anfangs weiss, wird aber bald hernach bräunlich. Er wächst in hohen schattigen Buchenwäldern, auf feuchten Moosplätzen.
No. 4. Der braune Brätling. (Agaricus lactifluus. L.)
Der braune Brätling ist kleiner als der vorige, und sein Fleisch auch zärter. Sein Huth hat braune und weissliche Ringe, und seine Blätter haben einen bräunlichen Rand. Er wächst auch wie jene in schattigen Buchen- und Eichen-Wäldern, sonderlich nach Regenwetter sehr häufig.
No. 5. Der gute Silber-Brätling. (Agaricus lactifluus. L.)
Dieser Schwamm ist jung ganz weiss, und wird blos wenn er alt ist auf dem Huthe etwas blassgelb; auch giebt sein Fleisch, wenn er jung ist, viele Milch, und ist sehr delicat. Er wächst mit den andern Brätlingen an einerley Orten.
No. 6. Der Nägelschwamm. (Agaricus cinnamomeus. L.)
Er ist einer der kleinsten Schwämme, sein Huth gelb, die Blätter gelbbräunlich, der Stiel dünn und hohl, und sein Geruch sehr gewürzhaft. Man findet ihn den ganzen Herbst über in Wäldern und auf Wiesen.
No. 7. Der Champignon. (Agaricus campestris. L.)
Dieser vortreffliche Schwamm wächst im August und September auf Viehweiden, in luftigen Eichenwäldern, in Gärten, wo fauler Mist eingegraben ist, und auf Mistbeeten. Sein Huth ist weisslich, gewölbt, und oft zottig und am Rande zerrissen. Seine Blätter sind Anfangs weisslich, hernach braunröthlich (fig. b.) und zulezt schwärzlich; der Stiel ist auch weiss. Sein ihm eigener Geruch ist angenehm und etwas erdenhaft. Er kommt rund in der Grösse einer Nuss (fig. a.) aus der Erde, wo er am delicatesten ist.
No. 8. Der gelbe Pfifferling.
Dieser Schwamm ist durch seine durchaus dottergelbe Farbe und ganz eigne Form unverkenntlich. Er wächst vom Iul. bis Sept. fast in allen Wäldern, und gehört zwar unter die essbaren, aber nicht sehr delikaten Schwämme.


Metadaten

Abbildungstitel: Der gelbe Pfifferling
Tafeltitel: Essbare Schwaemme
Abbildung gehoertzu Tafel: Ad07761 02 035a
Bildinschrift: 8.
Band: 2
Heft: 27
Bildeigenschaften: Kupferstich, schwarze Druckfarbe, 70 x 50 mm
http://www.bbf.dipf.de/cgi-opac/bil.pl?t direct=x&f IDN=b0020426berl
Schlagwörter: Pilze, Goldstieliger Pfifferling, Botanik, Pflanzenart
BBF ID: b0020426berl
weitere Abbildungsversionen: Ad00341 02 036e, Ad99998 02 035e, Ad99999 02 035e