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Der Thurmfalke

Beschreibungstext


Fig. 1. Der Wanderfalke. (Falco peregrinus.)
Der Wanderfalke hält sich in felsigten Gebirgsgegenden vom nördlichen Europa, Asien und Amerika auf, und man findet ihn in Teutschland häufig, besonders in Thüringen und am Harze. Er lässt sich als ein starker, muthiger und gelehriger Vogel sehr gut zur Jagd auf Hasen, Kaninchen und Rebhühner abrichten. Er steigt so hoch in die Luft in die Höhe, dass man ihn kaum noch sehen kann. In dieser Höhe schwebt er in einem Kreise herum und spähet auf der Erde seine Beute aus, auf die er pfeilschnell herabschiesst. Er ist ein furchtbarer Räuber für alles wilde Geflügel, im Walde und auf dem Felde. Er ist ein Zugvogel, wandert im October fort, und kommt im März wieder; davon er auch seinen Namen hat. Er ist vom Schnabel bis zum Schwanze 22 Zoll lang, und sehr schön licht- und dunkelbraun und schwarz gezeichnet.
Der Thurmfalke. Fig. 2. Das Männchen. Fig. 3. Das Weibchen. (Falco tinnunculus.)
Der Thurmfalke (der auch sonst der Kirchenfalke, Röthelweihe, Röttelgeier, Rothsperber heisst) wird so genannt, weil er gern auf Kirchthürmen und einsamen hohen Feldwarten wohnt. Er ist kleiner als der Wanderfalke, nur 16 Zoll lang, und das Männchen besonders gehört zu den schönsten Falkenarten, denn es ist sehr schön blaugrau, braun, gelb, schwarz und weiss gezeichnet; das Weibchen aber bloss hell- und dunkelbraun und schwarz. Er ist in Teutschland sehr gemein, macht gewöhnlich auf Tauben, kleine Vögel, Feldmäuse, Wachteln, junge Hasen und Feldhühner seine Jagd; er ist das Schrecken aller kleinen Singvögel, und die Lerche stürzt wie todt aus der Luft, wenn sie den Thurmfalken erblickt. Die Jäger suchen ihn möglichst auszurotten, weil er der kleinen Jagd vielen Schaden thut.
Fig. 4. Die Gabelweihe. (Falco milvus.)
Die Gabelweihe ist so gross als der Wanderfalke, gelb, rosthraun und schwarz gezeichnet, und hat einen Gabel-oder zweigespitzten Schwanz, davon sie ihren Namen hat. Dieser Raubvogel lebt häufig in Teutschland, hält sich gern mehr um die Dörfer auf, wo er dann oft den Hühnerhöfen grossen Schaden thut, und junge Hühner, Gänse, Enten daraus wegholt. Er nährt sich aber auch von Aase, ist feig, und lässt sich leicht von Sperbern, ja sogar von Raben, die ihn sehr gern in der Luft verfolgen, seinen Raub abjagen.
Fig. 5. Der Stockfalke. (Falco palumbarius.)
Der Stockfalke bewohnt Europa und Asien, ist ein muthiger kühner Räuber für alles zahme und wilde Geflügel; wild und unbändig, und lässt sich nicht leicht zahm machen. Er nistet auf hohen Bäumen, und stösst besonders auf Tauben; daher er auch der Taubenfalke heisst. Er verändert im dritten Jahre sein Gefieder und wird rostbraun, grau und schwarz von Farbe. Es ist daher
Fig. 6. Der Hühnerfalke. (Falco gallinarius.)
den man bisher für eine eigene Galtung hielt, nichts anderes als ein zweijähriger Stockfalke, der dessen ganze Form und Gestalt, nur aber noch ein anderes Gefieder, Farbe und Zeichnung hat.


Metadaten

Abbildungstitel: Der Thurmfalke
Tafeltitel: Teutsche Raubvögel
Abbildung gehoertzu Tafel: Ad99999 04 072a
Bildinschrift: Fig. 3.
Band: 4
Heft: 74
Bildeigenschaften: Kupferstich, schwarze Druckfarbe
http://www.bbf.dipf.de/cgi-opac/bil.pl?t direct=x&f IDN=b0050635berl
Schlagwörter: Zoologie, Tierart, Vögel, Greifvögel, Falken, Turmfalke, Weibchen
Signatur Illustrator/in: C. M. C. s.
BBF ID: b0050635berl
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