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 Merkwürdige Vögel

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Beschreibungstext

Tafelüberschrift: Vögel. XCVII. Oiseaux. XCVII.


Fig. 1. Der gemeine Brachvogel. (Scolopax arquata.)
Diese Vögel laufen sehr schnell und fliegen in Schaaren. Sie halten sich am liebsten an Seeküsten auf. In Teutschland erscheinen sie nur zur Regenzeit und bei gewissen Winden, daher ihr Name Wind-, Regen-, Wettervogel. Der Vogel hat in seiner ganzen Länge etwa 2 Fuss, sein sichelförmiger Schnabel ist 5-6 Zoll, und die ganze Ausbreitung der Flügel 3 Fuss lang. Sein Gefieder ist weisslichgrau, mit braunen Strichen; die grossen Schwungfedern sind schwärzlich braun. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur wenig, ausser dass letzteres etwas kleiner ist. Er nährt sich von Erdwürmern, Insecten, kleinen Muscheln, und in seinem Magen findet man auch zuweilen kleine Sandkörner und Steinchen.
Fig. 2. Der Regen-Brachvogel. (Scolopax Phaeopus.)
Diese Gattung ist nur halb so gross, als die vorige, hat aber in Gestalt, Farbe und Lebensart grosse Aehnlichkeit mit ihr. Sie ist vorzüglich häufig in England.
Fig. 3. Der Cariama. (Microdactylus cristatus.)
Dieser schöne Vogel vereinigt gewissermaassen die Charaktere der Raubvögel, Hühner und Strandläufer. Er verbindet mit seinen langen, an den Unterschenkeln, wie bei den Strandläufern nakten, Füssen einen kurzen, wie bei den Raubvögeln gebogenen Schnabel; Bein und Fuss sind orangefarben. Sein Gefieder ist grau mit braunen Wellen. Die Schwungfedern sind schwarz mit weissen Querstreifen. An der Wurzel des gelben Schnabels steht ein reiherfederartiger Busch. Die Stimme dieses Vogels ist sehr stark und gleicht der der Indischen Hühner; sein Fleisch ist zart und schmackhaft, und man hat ihn zahm gemacht und für die Küche benutzt. Sein Vaterland ist America.
Fig. 4. Der Schnelllaufer. (Charadrius Gallicus.)
Er weicht von den übrigen Gattungen dieses Geschlechts darin ab, dass er nur 3 Zehen hat, und dass der, bei den anderen gerade Schnabel, hier gekrümmt ist. Man schoss einen in Frankreich (daher der Name Gallicus), fand aber seitdem keinen mehr. Er zeigt ein rothbräunliches Gefieder, am Auge befindet sich ein weisser Streifen. Der Scheitel ist roth, die Schwungfedern sind schwarz und die Schwanzfedern sind am Ende mit einem schwarzen Flecken versehen; Brust und Bauch sind weiss. Vaterland unbekannt.
Fig. 5. Der Waldpelikan. (Tantalus Loculator.)
Er hält sich in Guiana, Brasilien und in einigen Gegenden von Nord-America auf und erreicht die Grösse eines Storchs. Der Schnabel ist an der Spitze gekrümmt, sehr stark, dick, ist an den Rändern-schneidend, und hat am Kopf einen Umfang von 6-7 Zollen. Sein Gefieder ist weiss, der Schwanz schwarz, und der Oberhals mit braunen, schmalen Federn bedeckt. Die Stirne und die Gegend des Auges ist mit einer bläulichen Haut versehen, auch die Kehle ist mit einer Haut bedeckt, die sich aufblähen und ausdehnen kann. - Er kömmt jährlich in beträchtlichen Zügen mit Ende des Sommers nach Carolina, wo sie dann die, von den grossen Regengüssen überschwemmten Felder besuchen und sich in grossen Schaaren auf die höchsten Americanischen Cypressen setzen. Ihr Fleisch soll sehr schmackhaft seyn.


Metadaten

ID Tafel: b0050181berl
Tafelüberschrift: Vögel. XCVII. Oiseaux. XCVII.
Sprache: ger, fre
Heft: 173
http://www.bbf.dipf.de/cgi-opac/bil.pl?t direct=x&f IDN=b0050181berl
TafelgehörtzuExemplar: Bertuch-Bilderbuch für Kinder enthaltend eine angenehme Sammlung von Thieren, Pflanzen, Blumen, Früchten, Mineralien, Trachten 1816 9/q0000342berl
Klassifikation von Bertuch: Vögel. XCVII.
Abmessung: koloriert
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