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Die violette Diazone

Beschreibungstext


Wir sehen hier auf unserer Tafel einige Mollusken dargestellt, die man sonst zum Theil Seescheiden, Ascidien nannte, welche sich durch ihre Farben so sonderbar ausnehmen, dass man sie kaum für Thiere halten möchte, wenn nicht ihr Leben und ihr innerer Bau sie als Weich-Würmer (Mollusken) zeigte.
Fig. 1. Die Cynthia Momus. (Cynthia Momus).
Diess Thier hat einen kuglichen Körper, der mit feinen Wärzchen besetzt und von röthlicher Farbe ist. Die Oeffnung a) ist die, durch welche Seewasser und kleine Thiere eindringen, von denen das erstere von dem Thiere zum Athmen gebraucht wird, letztere zur Nahrung dienen. Die Oeffnung b) ist der After.
Man hat diess Thier in dem Meerbusen von Suez gefunden.
Fig. 2. Die schwärzliche Phallusia. (Phallusia nigra).
Dieses Thier ist von einem halbknorplichen dunckelblauen Sack umgeben, mit welchem es auf Felsen aufsitzt. Die Grösse ist 2 bis 3 Zoll; a) ist die Oeffnung, wodurch das Thier das Wasser zum Athmen und die Nahrung einzieht; b) ist die Afteröffnung.
Man hat es im Rothen Meere gefunden.
Fig. 3. Eine Gruppe verschiedenartiger Ascidien,
wie man sie im Mittelländischen Meere nicht selten findet.
Jedes Individuum ist mit einem dicken lederartigen Sack umgeben, welcher mit anderen zusammengeklebt ist, aber mit diesen anderen weiter keine innere Verbindung hat. Jeder Sack hat zwei Oeffnungen, von denen die eine Wasser und Nahrung hereinlässt, die andere zum Herausschaffen der unverdauten Stoffe dient.
Fig. 4. Die eiertragende Boltenia. (Boltenia ovifera).
Dieses Thier zeichnet sich durch seinen langen Stiel aus, an welchem es gleichsam wie ein Ei angehängt ist. Uebrigens hat sie im Inneren ganz den Bau der Ascidien und kommt mit Fig. 1. 2. überein. a ist die Oeffnung, durch welche es athmet und Nahrung erhält; b. die Afteroeffnung.
Dieses Thier hat man aus dem Americanischen Ocean gebracht.
Fig. 5. Die nördliche Claveline. (CLavelina borealis).
Der Körper dieses Thiers ist ganz in die Länge gezogen und geht unmerklich in den Stiel über, mittelst welchem es festsitzt. Die Farbe der knorpelartigen Hülle ist blass-blau. A, die Mündung für Wasser und kleine Thiere, steht dicht neben b, dem After.
Man hat es in der Nordsee gefunden.
Fig. 6. Die violette Diazone. (Diazone violacea).
Hier sehen wir nun mehrere ascidienartige Thiere, mit einer gemeinschaftlichen Basis zusammengewachsen, nicht bloss zusammengeklebt. Ein rundlicher gallertartiger Körper sitzt unten auf den Felsen fest und theilt sich oben in eine Menge kleiner Hülsen, in welchen die einzelnen Thiere enthalten sind. Jede einzelne Hülse hat zwei Oeffnungen, von denen die eine der Schlundöffnung und der Kiemenöffnung des Thiers, wodurch es athmet, entspricht, die andere dem After. Wenn man die Hülse öffnet, so findet man die einzelnen Thiere, deren eins Fig. 6. 6. in natürlicher Grösse von der rechten Seite dargestellt ist. a und b. sind die Oeffnungen, wie wir sie auch an den anderen ascidienartigen Thieren finden.
Man hat dieses Thier im Mittelländischen Meere entdeckt.


Metadaten

Abbildungstitel: Die violette Diazone
Tafeltitel: Merkwürdige Mollusken
Abbildung gehoertzu Tafel: Ad99999 09 079a
Bildinschrift: Fig. 6.
Band: 9
Heft: 176
Bildeigenschaften: Kupferstich, schwarze Druckfarbe, koloriert
http://www.bbf.dipf.de/cgi-opac/bil.pl?t direct=x&f IDN=b0054209berl
Schlagwörter: Violette Diazone, Diazone violacea, Zoologie, Tierart, Würmer, Weichtiere
BBF ID: b0054209berl
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